Die Stadt Bayreuth ist Provinz: Rund 80.000 Einwohner, davon etwa 9.000 Studenten, hübsche Altstadt, viele Kneipen, riesige Waldgebiete, Fichtelgebirge und Fränkische Schweiz drumherum, im Städtevergleich eine praktisch kriminalitätsfreie Zone. Die Sportmöglichkeiten (z. B. Ski, Kanu, Klettern, Radfahren, Wandern) sind perfekt. Aber manches geht eben nicht, z.B. jederzeit in irgendeinem Kino jeden beliebigen Film sehen zu können. Natürlich gibt es in Bayreuth einen großen Kino–Komplex, aber eben nur einen. Wenn einem nach einem bestimmten Film ist, dann wird man sich den häufig besorgen müssen und dann mit Freunden und Freundinnen seine eigene 'lange Filmnacht' durchführen, vielleicht nachdem man zuvor gemeinsam gekocht und gegessen hat.
Sicher nicht Provinz ist die Universität Bayreuth. Fast 50% der Bayreuther Studentinnen und Studenten kommen von außerhalb Bayerns. (An einer Ruhrgebietsuniversität dürften hingegen fast alle Studierenden aus dem nächsten Umfeld kommen.) Im Studiengang P&E kommen sogar Zweidrittel der Studierenden aus anderen Bundesländern. Ein Drittel kommt allein aus NRW. Die allermeisten unserer Studierenden hätten in 'Metropolen' nahe ihrer Heimat studieren können. Sie sind gleichwohl nach Bayreuth, in die Provinz, gekommen, und zwar einfach deshalb, weil sie einen nicht–provinziellen Studiengang studieren wollen. Informationen über die Forschung an der Uni Bayreuth hier.
Im übrigen ist ganz generell die Studienzufriedenheit an kleineren Universitäten sehr viel größer als an den Massenuniversitäten. Die Gründe sind einfach: Die kleinen Universitäten sind überschaubar, Wege sind kurz, man kennt sich, von den Lehrenden werden Verantwortlichkeiten ernster genommen. Weil man weiß, daß viele Studierende trotz der Stadt und wegen des Studienganges kommen, ist man – vielleicht notgedrungen, dies aber verläßlich – reformfreudiger und reformfähiger.
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